Sagenhaftes Karlsbad

Die Entdeckung der heißen Quellen Karlsbads ist der Sage nach auf einen glücklichen Zufall zurückzuführen. Auf einem Jagdausflug des böhmischen Königs Karl IV. stürzte einer der Jagdhunde plötzlich in die Tiefe. Die Schmerzenslaute des Tieres ließen die Jäger herbei eilen, aus Sorge, der Hund sei durch das Wild verletzt worden. Auf diese Weise entdeckten sie die heiß sprudelnden Quellen und informierten eiligst ihren König. Dieser erkannte sogleich die heilende Wirkung des Wassers. Der Sage nach kostete der Monarch selbst von dem wundersamen Nass, und spürte sofort eine Linderung der Schmerzen in seinem kranken Bein. Auf Geheiß des Königs wurden nahe den Quellen bald die ersten Gebäude und Kureinrichtungen erbaut. Direkt an dem Ort der Entdeckung ließ Karl IV. einen Thron in den Stein meißeln, auf dem er bei seinen Besuchen in Karlsbad der Sage nach zu sitzen pflegte. Heute steht an eben dieser Stelle das Rathaus der Stadt.

Vom kleinen Kurort zur blühenden Stadt
Archäologische Funde belegen, dass sie Gegend um das heutige Karlsbad bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt war. Die Entstehung der Stadt wird von Historikern aber in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts datiert. Den ersten wirtschaftlichen Aufschwung erlebte Karlsbad allerdings erst einige hundert Jahre später, als die Quellen und ihre heilende Wirkung auch weit über die Landesgrenzen hinaus an Bekanntheit erlangten.
Zahlreiche Katastrophen hinterließen ihre Spuren im Stadtbild. So wurde Karlsbad Ende des 15. Jahrhunderts von einem verheerenden Hochwasser heimgesucht. Nur wenige Jahre später zerstörte ein Brand die gerade wieder aufgebaute Stadt, und auch der Dreißigjährige Krieg ging nicht spurlos an Karlsbad vorüber. Doch der Beliebtheit des Kurortes tat all dies keinen Abbruch. Nicht zuletzt die Besuche des Zaren Peters des Großen förderten den ohnehin schon regen Kurbetrieb.
Einen weiteren Aufschwung erlebte die Stadt im 19. Jahrhundert, als der kaiserliche Leibarzt Joseph von Löschner mit seinen Schriften über die böhmischen Heilbäder den Weltruf der Karlsbader Quellen begründete Der Anschluss Karlsbads an das Europäische Eisenbahnnetz tat sein Übriges.
Die politischen Wirren des 20. Jahrhunderts schränkten den Kurbetrieb der Stadt erheblich ein, doch seit dem Ende des kommunistischen Regimes 1989 erblüht Karlsbad wieder in seiner alten Pracht.